Wechseljahre: Was passiert im Körper?
Etwa um das 45. Lebensjahr zeigt sich eine deutliche Abnahme der Eierstockfunktion. Dies liegt daran, dass der Vorrat an befruchtungsfähigen Eizellen allmählich zu Ende geht. Aus diesem Grund produzieren die Eierstöcke immer weniger Sexualhormone. Neben der Steuerung des Menstruationszyklus und der Aufrechterhaltung einer Schwangerschaft haben Östrogene und Gestagene aber auch noch viele weitere Aufgaben. So erfüllen die Sexualhormone auch wichtige Funktionen beispielsweise beim Fett- und Kohlehydratstoffwechsel, bei der Verdichtung der Knochensubstanz, bei der Bildung von Immunzellen oder beim Schlaf.
Mehr als 1/3 aller Frauen hat deshalb im sogenannten Klimakterium verschiedene Wechseljahresbeschwerden. Grund dafür ist das Auf und Ab der Hormone. Denn der Spiegel von Östrogenen und Gestagenen sinkt nicht gleichmäßig, sondern sprunghaft. Deshalb kommt es hin und wieder zu Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Zyklusbeschwerden oder trockener Haut. Gegen diese Beschwerden helfen oftmals sogenannte Phytoöstrogene, also pflanzliche Mittel, welche Substanzen enthalten, die den humanen Hormonen sehr ähnlich sind und dadurch die Hormonspitzen puffern. Aber auch ein gesunder Lebensstil hilft vielen Frauen gegen Wechseljahresbeschwerden.

Welche Ernährung ist in den Wechseljahren empfehlenswert?
Grundsätzlich ist eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung in jedem Alter wichtig. Doch wenn verschiedene Körperfunktionen aufgrund sinkender Hormonspiegel durcheinander geraten, ist es umso wichtiger, auf die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen zu achten. Beide Vitalstoffe können nicht vom Körper selbst hergestellt werden, sind aber für eine Vielzahl von Abläufen im menschlichen Organismus essentiell. Während Vitamine von Pflanzen und Tieren selbst hergestellt werden, stellt die Erde verschiedene Mineralstoffe bereit, damit diese aufgenommen und verstoffwechselt dann ebenso in pflanzlicher und tierischer Nahrung für Menschen zur Verfügung stehen.
Welche Vitamine und Mineralstoffe sind in den Wechseljahren wichtig?
B-Vitamine: Vor allem in Salaten, Hühnerfleisch, Kohl, Nüssen und Saaten, fettreichem Seefisch sowie Hülsenfrüchten sind unterschiedlichste B-Vitamine enthalten. B-Vitamine (von B1 bis B12) beeinflussen sich gegenseitig positiv, weshalb der Synergieeffekt bei der Einnahme verschiedener B-Vitamine am höchsten ist. Die Vitalstoffe sind unter anderem für die Gehirnfunktion, die Stimmung, den Schlaf und das Immunsystem wichtig. Aufgrund ihrer Wasserlöslichkeit können Sie B-Vitamine nicht überdosieren.
Vitamin D: Vitamin D ist der einzige Vitalstoff, welcher vom Mensch selbst teilweise gebildet werden kann, sobald ausreichend Sonnenlicht zur Verfügung steht. Er ist vor allem für seine Rolle beim Calciumeinbau in die Knochen bekannt, aber auch bei der Immunabwehr oder beim Muskelaufbau ist er essentiell. Insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten, wenn die Sonnenexposition niedriger ist, sollten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von etwa 600 IU achten.
Magnesium: Vor allem fettreiche Seefische, Obst, Vollkornprodukte und grünes Gemüse sind reich an Magnesium. Aber nicht nur Sportler profitieren von dem Vitalstoff, auch während der Wechseljahre ist Magnesium sehr wichtig. Denn er hilft nicht nur, die Muskeln zu entspannen, Magnesium hat auch eine beruhigende Wirkung auf das Gemüt. Dies hilft unter anderem, schneller in den Schlaf zu finden und Stress besser zu bewältigen. Idealerweise nehmen Sie Magnesium zusammen mit B-Vitaminen ein.
Kalzium: Milchprodukte, grünes Gemüse sowie Nüsse und Saaten sind reich an Kalzium. Aus diesem Grund helfen diese Lebensmittel auch, wenn Frauen in den Wechseljahren beispielsweise unter Hitzewallungen oder Schlaflosigkeit, aber auch unter Knochen- und Gelenkschmerzen leiden. Denn Kalzium stärkt und stabilisiert die Knochen, hilft bei Müdigkeit oder Erschöpfungszuständen und lindert Muskel- oder Gelenkschmerzen. Weil der Kalziumhaushalt stark von der Östrogenkonzentration abhängig ist, benötigen Sie in den Wechseljahren etwa 1.200 mg Kalzium täglich.
Eisen: Rindfleisch ist reich an Eisen, aber auch pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, rote Bete oder Erdbeeren enthalten den Vitalstoff. Dieser ist nicht nur für junge Frauen wichtig, sondern spielt auch in den Wechseljahren eine entscheidende Rolle. Denn Eisen unterstützt die Bildung roter Blutkörperchen, welche den Sauerstoff zu den Zellen transportieren. Eine ausreichende Zufuhr hilft gegen Müdigkeit, Haarausfall und Konzentrationsstörungen. Weil viele andere Vitalstoffe die Aufnahme von Eisen blockieren, können Sie diesen kaum übermäßig einnehmen.
Omega-3-Fettsäuren: Fettreiche Seefische wie Makrele, Lachs oder Hering enthalten viel Omega-3-Fettsäuren, insofern sie in freier Natur lebten und sich von Krill ernährt hatten. Aber auch Algen sind reich an Omega-3-Fettsäuren. Der Vitalstoff hat unterschiedlichste Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. So helfen Omega-3-Fettsäuren unter anderem gegen Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen oder Konzentrationsprobleme. Da aber nur etwa 10 % der aufgenommenen Omega-3-Fettsäuren wirklich verstoffwechselt werden, ist eine Überdosierung nicht möglich.

Die besten Lebensmittel in den Wechseljahren
Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung in den Wechseljahren liefert dem Körper die notwendigen Vitamine und Mineralstoffe. Dadurch können Sie wichtige Körperfunktionen aufrechterhalten und zugleich Wechseljahresbeschwerden lindern. Sehen Sie das Klimakterium als Aufforderung an, Ihren eigenen Lebensstil zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen. Vielleicht können Sie häufiger saisonales und regionales Gemüse in den Speiseplan einbauen, auf Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte zurückgreifen oder Fleisch durch Fisch ersetzen. Dadurch leisten Sie aktiv einen wichtigen Beitrag zu Ihrer Gesundheit und erhöhen Ihre Lebensqualität.
Verschiedene Ernährungsstile in den Wechseljahren
Weil der Kalorienbedarf während der Wechseljahre sinkt, gleichzeitig aber der Vitalstoffbedarf erhöht ist, denken viele Frauen über einen neuen Ernährungsstil nach. Dies ist in den meisten Fällen auch sehr förderlich. Denn eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung lässt sich durchaus auch ohne Fleisch, Zucker oder Weizen erreichen. Insbesondere wenn Sie stattdessen auf Produkte aus Soja oder Hülsenfrüchte zurückgreifen und die Gemüseportion größer ausfällt, hat das positive Auswirkungen auf Ihren Vitalstoffhaushalt und Ihr Gewicht. Wichtig ist allerdings, dass Sie die Lebensmittel frisch zubereitenund auf Fertigprodukte weitestgehend verzichten.
Welche Beschwerden treten bei Vitaminmangel in den Wechseljahren auf?
Ein Mangel an Vitaminen oder Mineralstoffen zeigt sich beispielsweise in Form von Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen, Müdigkeit oder Stimmungslabilität. Auch das Restless-leg-Syndrom, trockene Haut oder Gewichtszunahme sind nicht selten auf ein Nährstoffdefizit zurückzuführen. Die häufigste Beschwerde ist jedoch das hohe Osteoporoserisiko. Denn aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels baut der Körper deutlich weniger Kalzium in die Knochen ein. Dies führt zu einer geringeren Knochendichte und einem hohen Frakturrisiko. Eine ausgewogene Ernährung und eine Supplementierung mit einzelnen Vitalstoffen kann dieses Risiko wie auch andere Beschwerden deutlich senken.


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Mandy

